Heiß war es in Kerdis, einem öden Land im Westen Mentorans, der großen Wüste. Ich stapfte vollbepackt mit diversen Items über den staubigen Boden, erlegt hier und da einige Staubschleifer und Savannen-Vögel. Die Berghänge waren so ausgetrocknet, dass man die großen Risse schon aus großer Entfernung sah. Ich wanderte weiter. Ein Zeil hatte ich nicht, doch der große See von Loranien reizte mich schon und so freute ich mich sehr, als ich die ersten Hügel hinter mir gelassen hatte und so bereits ein Drittel dieses kargen, unwegsamen Landes durchquert hatte. Langsam kam ich vorran, denn ich musste mein Tempo zügeln, um beim Absteig der Berge nicht auszurutschen und mich zu verletzen.

Endlich war ich im Tal angelangt. Zeit zum Rasten. Ein Brot der Nomaden, dazu ein kühles Taunektarbier. Herrlich, wie der goldgelbe Saft meine ausgetrocknete Kehle durchfließt. Die Wanderei hatte mich müde gemacht. Obwohl ich es nicht vorhatte, legte ich mich hin und schlief sofort ein…

Ich weiß nicht wie viele Stunden ich im Schlaf vertrödelte, aber als ich aufwachte, war es noch oder etwa schon wieder hell. Die Sonne prasselte unbarmherzig auf mich und die Berghänge herab. Ich rieb mir die Augen. Doch plötzlich blinkte auf den Berhängen vor mir etwas auf; es blinkte wie ein glatt geschliffener Edelstein. Lag dort etwa einer oder träumte ich? Ich kniff mir in den Arm. Ich spürte Schmerz, aber das Blinken war noch immer da. Es musste etwas wertvolles sein. Fix packte ich meine Sachen, nahm noch einen Schluck Bier und lief los. Die Berghänge waren noch weit entfernt, aber ich spürte, dass ich immer näher kam. Endlich am Fuße des Berges angekommen war das Blinken noch immer da. Jetzt erkannte ich, was für das Funkeln zuständig war. Ein Tier, etwa mittelgroß, lief ungefär 500 Meter von mir entfernt umher. Ich schlich mich näher an es herran, 100 Meter…200 Meter…200 Meter…400 Meter..450 Meter – jetzt sah ich es ganz deutlich. Das Tier war eine weiße Zige mit einem goldenen Horn. Ich wollte mich gleich auf sie stürzen, doch da flossen mir Visionen durch mein Gehirn. Ein heiliges Tier…..zu schützen…..nur sicher auf Linya…..Ziege fährt nicht Boot…..Bewohner Linys holen Ziege ab…..giftiger Wald von Kanobien…

Ich ließ sie Zeige ersteinmal also in Ruhe. Stattdessen überlegt ich wie ich die Zeige treiben solle, denn sie schien sehr scheu zu sein und außer meiner Waffe hatte ich nichts geeignetes. Und ich wollte die Ziege ja nicht verletzen. Senemur, der junge Zauberer, erzählte mir sogleich, dass die Markthalle in Konlir allerlei geeigneter Stäbe im Angebot habe, doch diese war gewiss zu weit entfernt. Senemur aber hatte eine brilliante Idee: Er kaufte mir einen solchen Stab und zauberte sich direkt neben mich. Dankend nahm ich den Stab entgegen und trieb die Ziege sofort weiter nach Westen, denn dort ging es nach Kanobien.

Einige Tage und Nächte war ich unterwegs, erst Loranien, dann Plefir, dann Gobos und dann Kanobien. Sichtlich erschöpft lief ich mit der Ziege hier umher, darauf wartend dass die Bewohner Linyas endlich kämen. Doch ich musste mich wohl noch gedulden. Der nächste Morgen. Ich treib sie noch ein Stückchen in Richtung Westen, plötzlich schien die Ziege federleicht zu werden und bekann zu schweben. Mein Stab, den ich von Senemur bekommen hatte, vibrierte stark. Die Ziege stieg weiter auf, der Stab vibrierte stärker. Ein Knall. Die Ziege war weg und ich hatte plötzlich eine Statue in der Hand.

So ein seltenes Stück hatte ich noch nie gesehen. Ich packte sie weg, so dass niemand sie sehen könnte. Dann rannte ich zum Waldhaus, um mir meinen verdienten Schlaf zu gönnen. Dann wwerde ich mal sehen, was ich mit der Statue so anfangen kann…

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